Diskussionen um neues agrarhistorisches Museum
- Beirat der ArGe Naherholung tagte - Einiges ist noch geplant -


Troadbodn-Vereinsvorsitzender Peter Stern (2. von rechts) informierte über die Bestrebungen für ein neues Museum. Mit im Bild die neuen Beiräte Gabriele Peschl, Dr. Michael Röder und Ulli Goß.

Laberweinting (al) Der anlässlich der letzten Mitgliederversammlung neu gewählte Beirat der Arbeitsgemeinschaft Naherholung Mittleres Labertal traf sich zusammen mit der Vorstandschaft im Waldgasthof Holzer in Hart. Themenschwerpunkte waren ein etwaiges Engagement der ArGe Naherholung im Zusammenhang mit einem neuen Landwirtschaftsmuseum sowie künftige Projekte.
Zunächst stellten sich die neugewählten Beiräte in kurzen Worten der Versammlung vor. Es folgt ein Bericht von Geschäftsführer und Abteilungsleiter Ludwig Wargitsch über die Situation bei den Stockschützen, einer Unterabteilung der ArGe. Seit gut einem Jahr, so Wargitsch, floriert der Stockschießbetrieb auf den neuen Bahnen in Oberlindhart. Bis auf zwei Wochen im Februar konnte man das ganze Jahr über den Sport ausüben. Die Zahl der Hobbyschützen ist groß, die Winterturniere werden aber nicht beschickt. Ausdrücklich hob Wargitsch hervor, dass alle Interessenten am Übungsstockschießen teilnehmen können. Auch auf den derzeitigen Stand der Rekultivierungsarbeiten bei den Bahnen in Niederlindhart ging der Geschäftsführer näher ein und dankte dabei Allen, die sich hier eingebracht haben.
Breiten Raum nahm die Aussprache über eine Beteiligung der Arbeitsgemeinschaft Naherholung an einem neuen agrahistorischen Museum ein. Peter Stern, Vorsitzender vom Förderverein argrarhistorisches Kulturgut des Gäubodens, Geiselhöring e.V., berichtete vom Stand der Dinge für ein neues Museum. Die bisherige Halle in Geiselhöring wurde durch die Stadt verkauft. Die Exponate wurden an verschiedenen Stellen eingelagert. Ursprünglich war geplant, diese in einem neuen Museum im ehemaligen Hiendlmeierhof in Haindling wieder auszustellen. Der Stadtrat hat dieses Projekt inzwischen aber abgelehnt. Beim "Troadbodn-Verein" sei man daher auf die Idee gekommen, ein neues Museum in Hart zu bauen. Der Grundstückseigentümer würde eine Fläche kostenlos bereitstellen. Er konnte sich eine Zusammenarbeit mit der ArGe Naherholung gut vorstellen, da es auch um eine künftige Betriebsträgerschaft geht. Den Standort Hart sah Stern als ideal an.Das Problem bei der ganzen Sache: die Finanzen. Der Förderverein reflektiert daher auf den vom Verkauf der alten Museumshalle übrig gebliebenen Betrag. In der Folge wurde dieses Thema teils auch kontrovers diskutiert. Beiratsvorsitzender Dr. Hans Kirchinger bedauerte, dass sich das Museum in Haindling nicht verwirklichen lässt. Er streifte einige denkbare Möglichkeiten, wie man dieses Museum bereichern könnte, damit es ein Alleinstellungsmerkmal erhält. Das Museum, so seine Grundaussage, ist nur machbar, wenn alle Gemeinden des Labertales mitziehen. Beirätin Gabriele Peschl wies auf bestimmte museumspädagogische Erfordernisse hin, damit diese Einrichtung auch für die Schulen interessant wird.
Wer finanziert den Unterhalt?
Beirat und Kreisarchäologe Dr. Ludwig Husty, zugleich Vorsitzender des Kulturvereins Landau, der auch Träger eines Museums ist, verwies auf die Schwierigkeiten, ein solches Museum zu unterhalten. Nur mit den Eintrittsgeldern alleine, so Dr. Husty, lassen sich die Betriebskosten für ein solches Museum nicht finanzieren. Beirat Josef Braun äußerte Bedenken hinsichtlich der Trägerschaft durch die ArGe Naherholung. Fazit war, dass die ArGe Naherholung und der "Troadbodn-Verein" jetzt zusammen einen Antrag an den Stadtrat Geiselhöring richten, den Erlös aus dem Verkauf des früheren Museums für ein neues Domizil in Hart bereit zu stellen. Erst nach der Entscheidung des Stadtrates macht es Sinn, weiter an diesem Thema zu arbeiten.
Neue Bücher.
In der Folge stellte Beiratsvorsitzender Dr. Kirchinger kurz das neue Landkreisbuch sowie die neue Publikation zusammen mit Richard Stadler mit verschiedenen alten Photografien aus Hofkirchen vor. Schatzmeister Georg Prückl informierte über die derzeitige Kassenlage und ArGe-Vorsitzender Klaus Storm berichtete von der gut gelungenen Umsetzung eines Gedenksteines am Burkhartgymnasium. Im Herbst sind mehrere Exkursionen geplant. Zum einen will man die 2011 "ins Wasser" gefallene Besichtigung "Auf Napoleons Spuren" nachholen und außerdem will man die archäologische Ausstellung am Bogenberg besuchen. Zudem soll in Oberellenbach über die Integration von Heimatvertriebenen nach 1945 ein Nachmittag organisiert werden. Auch das 40-jährige Jubiläum der ArGe im nächsten Jahr schnitt Klaus Storm an und bat darum, bereits jetzt Beiträge für das Labertaler Lesebuch VII zu liefern. Die Igeleien werden im Dezember wieder herausgebracht, nachdem man heuer ausnahmsweise auf die Frühjahrsausgabe aus Kostengründen verzichtete. Der Dank des Vorsitzenden galt Arbeitsgruppenleiter Hermann Albertskirchinger für die diesjährigen Aktionen zum "Tag des Baumes". Abschließend stellte Storm kurz das Buch "Unsereiner" von Hans Jürgen Butz vor. Dabei handelt es sich um eine Familienchronik aus dem benachbarten Schierling. 1. Bürgermeister Wellenhofer dankte der ArGe und hier speziell Hermann Albertskirchinger für die Mithilfe bei einem Biotop unweit des Freibadgeländes.

 
23. Juli 2012

Alois Lederer