Anlaß zu Dank und Freude

40-Jahrfeier der ArGe Naherholung, Baum gepflanzt


Anerkennung des Landkreises durch Landrat Alfred Reisinger für großes Engagement in der ArGe erfährt Vorsitzender Klaus Storm (rechts)

Mallersdorf-Pfaffenberg. (ak) „Viele Ehrengäste haben sich eingefunden, um ihre Referenz zu erweisen“, dies zeige die Anerkennung für den großartigen Einsatz der Arbeitsgemeinschaft Naherholung Mittleres Labertal e.V., so die Würdigung von MdB Ernst Hinsken in seinen Grußworten beim Festabend. Auf dem Programm der 40-Jahrfeier stand auch eine Baumpflanzung zur bleibenden Erinnerung an diesen Tag und der Gottesdienst, den Festvortrag hielt Ministerialdirigent Reinhold Erlbeck.

Allen Grund zum Feiern gab es am Sonntag für die ArGe Naherholung, kann sie doch auf 40 erfolgreiche Jahre zurückblicken. Vorsitzender Klaus Storm begrüßte vor dem Burkhart-Gymnasium die Gäste, die mit der Arbeitsgemeinschaft dieses schöne Jubiläum feiern wollten.


Forstmeister Hermann Albertskirchinger erklärte zunächst die Esskastanie oder auch besser bekannt als Maroni, bevor der Baum mit tätkräftiger Hilfeleistung der Prominenz seinen Platz an der Einfahrt der Schule fand.


Die Esskastanie wird gepflanzt. Tatkräftige Mithilfe erfährt Forstmeister Hermann Albertskirchinger (mitte) von Landrat Alfred Reisinger, ArGe-Vorstand Klaus Storm, Ministerialdirigent a.D. Reinhold Erlbeck, MdL Josef Zellmeier (von rechts)

In der Aula der Schule wurde gemeinsam der Gottesdienst gefeiert mit Superior Dr. Wilhelm Gegenfurtner und Pfr. Fritsch, dem evangelischen Geistlichen aus Geiselhöring, musikalisch gestaltet von den Ergoldsbacher Bläsern.  Der Superior bezeichnete es als guten Anfang, den Festabend mit einem Gottesdienst einzuleiten.  Vorsitzender Klaus Storm freute sich über die vielen Gäste, unter ihnen die Vertreter der Politik, der Behörden, Institutionen und Vereine, der Schulen, der Wirtschaft und die Freunde der ArGe. Eine stolze Erfolgsgeschichte könne man vorweisen, geleitet von der Grundlage: „Unsere Bürgerinitiative beinhaltet Hilfe zur Selbsthilfe, Kultur und Natur im Labertal, eine stete Herausforderung!“.

Klaus Storm : Prolog

Die Gründung im Jahr 1973 bezeichnete Storm als Antwort auf die Herausforderung, die politisch gewollten Gebietsveränderungen  zu akzeptieren und darauf zu reagieren. Mit Geiselhöring, Laberweinting und Mallersdorf-Pfaffenberg habe man sich zu einer Gemeinschaftsaufgabe vereint:  Brauchtumspflege, Natur- und Umweltschutz, Erwachsenenbildung, Hebung des Feizeitwertes und damit der Lebensqualität und schließlich der Kulturarbeit.  Wie sich in den Jahren gezeigt hat, waren die Bemühungen um Bewahrung von Erhaltenswertem und um Forderung und Gestalten von Neuem erfolgreich. Die ArGe will  den Bürgern klar machen, man könne selbst dazu beitragen, die Lebensqualität zu steuern und das Umfeld zu gestalten.  „Handeln wir wie selbstbewußte, eigenverantwortliche Bürger in unser Heimat, dem Labertal!“, so forderte Klaus Storm auf. Als Erfolgserlebnis bezeichnete er die Partnerschaft mit dem böhmischen Nachbarn, man sei zu Freunden geworden und treffe sich regelmäßig in Bayern und in Böhmen. Grußworte sprachen neben dem Bundestagsabgeordneten Ernst Hinsken auch Landtagsabgeordneter Josef Zellmeier, Landrat Alfred Reisinger, Bürgermeister Karl Wellenhofer in Vertretung seiner Bürgermeisterkollegen Xaver Eggl aus Laberweinting und Bernhard Krempl aus Geiselhöring und „Hausherr“ Schulleiter Claus Gigl. Sie alle gratulierten zum Jubiläum und hatten anerkennende Worte für die großartigen Leistungen der Arbeitsgemeinschaft zum Wohle der Heimat und ihrer Bürger.


Michal Valenta überbrachte die Grüße der Partner aus Böhmen und  bezeichnete die freundschaftlichen Beziehungen als wichtigen Beitrag zu einem gemeinsamen Europa.  Eine besondere Note verliehen die musikalischen Beiträge dem festlichen Geschehen.


Musikalischer Genuß, das Streichquartett vom Burkhart-Gymnasium

Das Streichquartett Johannes Gatawies, Katja Berr, Melanie Hetzenecker und Lena Lohmeier brachte den Frühling von Vivaldi mit „Viavace“ und mit Freude wurde Dvoraks  „Humoreske“ gehört. Verena und Bianca Heinrich bereicherten mit schönen Stimmen, begleitet am Klavier von Lena Lohmeier sangen sie „Almost Lover“ und „Jar of heart“. Ein weiterer Höhepunkt des Abends war der Festvortrag von Ministerialdirigent a.D.  Reinhold Erlbeck „Unsere Natur als Grundlage unserer Kultur“.  Er stellte anschaulich eine 60 Millionen Jahre alte Landschaftsgeschichte dar, die Geschichte unserer Lebensgrundlage und der Basis unserer Kultur. Das damals tropische Klima erfuhr eine Änderung, das Klima verschlechterte sich und die Eiszeiten beherrschten das Land. Eiszeit und Alpen bezeichnete der Referent als verantwortlich für die relative Baumartenarmut unserer Urwälder.  Vom „hölzernen Zeitalter“ war die Rede, in dem der Wald dem Menschen Schutz, Nahrung und Werkzeuge geliefert habe. Es wurde mehr Platz gebraucht, der durch Rodungen geschaffen wurde und von ausgeplünderten Wäldern im Mittelalter berichtete der Referent. Wachsende Holznot brachte schließlich der Erkenntnis, daß Übernutzung des Waldes zu Problemen führt, wie eine bereits aus dem 16.Jahrhundert stammende Forstordnung zum Ausdruck  brachte. Ein langer Weg war die Erholung des Waldes bis schließlich um 1800 die klassische Forstwirtschaft mit der Waldpflege entstanden ist. 

 
11. Juni 2013

Text und Bilder: Annemarie Kammermaier