Menschen


 

Zum Tode von Konrad Stadler

Nachruf für einen Freund

 

Ein Deutscher definiert in der Regel nur wenige seiner Mitmenschen als Freunde. Eine Freundschaft ist sehr individuell und:

Freundschaft ist

Gemeinschaft des Geistes“

„Dasselbe zu wollen und dasselbe nicht zu wollen!“

 

Freunde sind rar und ein Abschied für immer ist eine Zäsur für das weitere Leben.

Aristoteles sagt:

 „Freundschaft ist eine Seele in zwei Körpern;

 sie ist in Hinsicht auf das Leben in der Gemeinschaft höchst notwendig.

Denn ohne Freunde möchte niemand leben, auch wenn er die übrigen Güter alle zusammen besäße ...!“

Konrad war so ein Freund und wir haben diese Freundschaft in der ArGe fast 40 lange Jahre geplegt.

Heute nehmen wir Abschied von unserem Konrad,

dem erfahrenen „Haumeister“ der bayerischen Staatsforstverwaltung, .

er, der Weg und Steg und jeden Baum im Hofkirchener Forst kannte

und jederzeit für Rat undTat zur Verfügung stand, ob im Naturschutz  oder in der alltäglichen Praxis.

Manches Marterl im Wald zeugt von seiner Verbundenheit mit der Natur und den Menschen.

Es gibt Augenblicke im Leben,

die uns traurig und niedergeschlagen stimmen,

die uns die „Gerechtigkeit“ im menschlichen Leben anzweifeln lassen,

wo wir die sehr begrenzten Möglichkeiten von Medizin und Pharmazie schmerzhaft erkennen müssen.

Der Mensch, der es anscheinend so weit gebracht hat,

erfährt seine Endlichkeit und Winzigkeit im großen Atem der Schöpfung.

Aber im Augenblick des Abschieds seiner menschlichen Existenz von dieser irdischen Welt zerfließt die ganze Schöpfung in seine Persönlichkeit.

Ich kannte Konrad schon kurz nach der Gründung der ArGe im Jahr 1973; bald brachte er sich ein und war von den Inhalten und Zielen unserer Bürgeraktion nach dem Ende des Landkreises Mallersdorf überzeugt:

„Wir müssen uns gemeinsam für die Belange der Natur und der Kultur im Labertal einsetzen und uns in diesem Aufgabenbereichen fortentwickeln“.

Er war der Praktiker, der Macher!

 

Für seine Verdienste wurde ihm der „Labertaler Igel“ der Arbeitsgemeinschaft in höchster Anerkennung verliehen.

Konrad  war praktizierender Katholik und konsequent in seinem Wertesystem.

Als Konservativer der „königlcih bayerischen Art“ lehnte er alles Aufgesetzte, Obrigkeitshörige und zentralistisch Bürokratische ab.

Er war eigenwillig und originell,

humorvoll und witzig.

Dazu pragmatisch niederbayerisch,

direkt, jedoch nie verletzend.

Konrad war sehr bestimmt in seinen Überzeugungen.

Er war immer diskussionsbereit, stand zu seiner Meinung,

war offen und tolerant gegenüber Allem und Jedem.

aber stets kritisch eingestellt gegenüber Zeitgeist und Show.

Opportunismus war nicht seine Sache.

Seine Werte waren Liebe, Treue, Solidarität und Verlässlichkeit.

Er stellte sich jeder Herausforderung.

So war sein Leben eine Symbiose aus Familie, Arbeit und Freunden.

In seiner humorvollen und bescheidenen Art meinte er:

„nehmen wir uns doch nicht so wichtig“!

Unser aller Mitgefühl gilt seiner Familie, mit der ich immer in Freundschaft verbunden war und auch in Zukunft bin!

Konrad, Ruhe in Frieden.

Klaus Storm

Mallersdorf, 02.06.2013