Exkusion 30.08. bis 03.09.2000

Mit unseren tschechischen Freunden in die NP Slowakischer Karst/Slowakisches Erzgebirge

Burg Krásna Horka

Herrenhaus Betliar

Rund 1000 km führte uns die diesjährige Exkursion der beiden Partnervereine von Zuhause weg. Natürlich war diese Fahrt anstrengend und risikoreich, doch das Ziel, der Nationalpark „Slowakischer Karst“ und die Gegend um Roznava, in der südlichen Slowakei gelegen, versprach ein einmaliges Erlebnis zu werden.

Schon bei der Ankunft mußte die Reisegruppe feststellen, daß die Lebens- umstände hier, nahe des Balkans, doch anders sind als Zuhause. Doch man gewöhnte sich schnell an die Umstände und arrangierte sich mit den Verantwortlichen, so daß den erlebnisreichen Exkursionstagen nichts mehr im Wege stand.

Kulturell geprägt ist die Region Gemer von den Adelsgeschlechtern der Bebeker und Andrássy.

Die Burg Krásna Horka, eine typische aristikratische Burg und hervorragend erhalten, stammt aus dem 14. Jhd. Nach einer sehr wechselvollen Geschichte, u.a. die Türkenkriege, erlangte Peter Andrássy 1578 die Verwaltung der Burg. Bis 1945 behielt die Familie Andrássy die Burg Krásna Horka.

Neben der umfangreichen und prachtvollen Ausstattung der Burg beeindruckt die museale Sammlung von internationaler Bedeutung.

Unweit der Burg befindet sich das Mausoleum von Franziska Andrássy, daß durch seine Ausstattung mit Marmor und Gold den Besuchern sicher lange in Erinnerung bleibt.

Im 19.Jhd waren die Andrássy eine der einflußreichsten Familien in Ungarn. Sie hatten einen großen Teil der Industrien in der Region Gemer unter sich und beeinflußten auch das wirtschaftliche Leben in Ungarn.

In einer Gegend wie um Roznava, in der die Lebensumstände noch heute ärmlich sind, zeigt sich die Diskrepanz zwischen Feudalherrschaft und Bauerntum besonders. Noch heute erstaunt das Nebeneinander von einfachsten Bauernhäusern und den aristokratischen Burgen und Schlössern.

Ein weitere Stammsitz der Andrássy ist Schloß Betliar, ein im 15.Jhd begründetes feudales Herrenhaus. Es birgt einen wahren Schatz an naturwissenschaftlichen Exponaten aus aller Welt. Hinzu kommt eine Bibliothek mit über 15000 Büchern und ein weitläufiger Landschaftspark (81 ha) im englischen Stil . Der Reichtum des Landsitzes basiert auf den bergbaulichen Aktivitäten um Betliar.

Neben den kulturellen Höhepunkten bot die Exkursion auch genügend Zeit für geselliges Beisammensein der tschechischen und deutschen Teilnehmer. Die bereits guten Beziehungen wurden bei slowakischem Rotwein und  Zigeunermusik  vielseitig ausgebaut.

 

Höhlenbesuche Weitere Informationen zu den besuchten Höhlen im Internet unter  www.ssj.sk 

Eishöhle Dobsinská    

Tropfsteinhöhle Domica

Natürlich durfte bei der Exkursion der beiden Vereine das Naturerlebnis nicht fehlen.

Neben einer Wanderung im Slowakischen Erzgebirge standen Wanderungen im NP Slowakischer Karst auf dem Programm.

Eine dieser Wanderungen führte in die Karst Schlucht von Zádiel. Neben der schönen Wanderung zwischen den hohen Kalksteinwänden viel die botanische Ausstattung der Schlucht auf. Hier, bedingt durch die klimatischen Besonderheiten, scheinen die Vegetationsgesellschaften Berg – Tal vertauscht  zu sein.

 

 

  

Doch die wohl tiefsten Erinnerungen haben die beiden Höhlenbesuche hinterlassen.

Schon der Besuch der Tropfsteinhöhle von Domica beeindruckte die Besucher sehr. Neben der Bootsfahrt auf dem Fluß Styx in ca. 40 m Tiefe wurden vor allem die Kalkgebilde an den Decken bewundert.

Nicht weniger beindruckend war der Besuch der Eishöhle von Dobsinská. Sie liegt im NP Slowakisches Paradies, das bereits im Vorjahr Ziel einer Exkursion war.

Mit einem Eisvolumen von 110 132 cbm und einer Eisschichtdicke von 26,5 m gehört sie zu den bedeutendsten Eishöhlen der Welt.

Nicht nur deswegen bleibt diese Exkursion den Teilnehmern sicherlich lange in Erinnerung.

Rainer Pasta 09-2000