Öko-Gespräch in Vimperk/Winterberg 2001

 

3.Winterberger Ökogespräch befasst sich mit A.Stifter und K.Klostermann (dargestellt von Rainer Pasta)

Das dritte Winterberger Ökogespräch befasste sich, nach der aktuellen Umweltsituation und dem Projekt Flußperlmuschel, mit der literarischen Darstellung der Natur im Böhmerwald und der Nachhaltigkeit – als Leitbild des 21. Jahrhunderts

Der Verein der „Freunde des Nationalparks Sumava“, der tschechische Partnerverein der ArGe-Naherholung, begrüßte durch Vorstand Mgr.F. Kadoch die Teilnehmer des 3. Winterberger Ökogesprächs im Hotel Moldau in Vimperk/Winterberg.

Rückblick: 1. Winterberger-Ökogespräch
Rückblick: 2. Winterberger-Ökogespräch

Die Böhmerwald-Dichter und die Nachhaltigkeit

        Hotel Moldau/Vltava in Winterberg/Vimperk

         www.volny.cz/hotel.vltava

Besonderer Dank galt  den beiden Referenten, Mgr. Milan Pokorný (Susice) und Gerold Dvorak (Passau) sowie dem Bürgermeister von Vimperk und der große Delegation der ArGe-Naherholung . Von Jahr zu Jahr gewinnt die Veranstaltung an Profil und die wachsende Zahl der Teilnehmer dokumentiert dies eindrucksvoll.

Als Novum ist bei den Vorträgen zu A. Stifter und K. Klosterman, H. Pokorný referierte in Tschechisch, Herr Dvorak in Deutsch, bewusst auf die Übersetzung verzichtet worden. Die Vorträge wurden so nicht durch die Übersetzung zerstückelt und die Zuhörer konnten die fremde Sprache ungehindert genießen

Stifter und Klosterman – Apostel der Aussöhnung?

G.Dvorak begann seinen Vortrag mit der Feststellung, dass das Geschlecht der Wittelsbacher ja zur Hälfte böhmisch (tschechisch) sei und sich dies auf die Verbindung der Witwe Abrechts III, der tschechischen Prinzessin Ludmilla mit unserem Herzog Ludwig, dem Kelheimer, begründet. In Stifters Roman „Witiko“ ist dieses durchweg positive Verhältnis dokumentiert. Auch in den folgenden Jahrhunderten entschied lediglich der Wohnort und die Sprache, ob aus den vielen Mischehen nun Deutsche oder Tschechen entsprangen.

Bis in die erste Hälfte des 19.Jahrhunderts (Glanzzeit Stifters)  gab es laut Dvorak nichts zu versöhnen. Jedoch bemühte sich bereits Stifter um das friedliche Zusammenleben der Menschen, was er in seinem „Sanften Gesetz“ (Vorwort zu „Bunte Steine) untermauerte.

Anders bei Karel Klostermann, geboren im Trubel der Zeit um 1848, dem Beginn des Nationalismus in Europa. Der aufkeimende Panslawismus und die Verherrlichung der „Germanischen Rasse“ legten die Lunte zum Nationalitätenstreit (I. Weltkrieg )und der späteren NS-Ideologie (II. Weltkrieg).

Klostermann glaubte an das friedliche Zusammenleben von Deutschen und Tschechen, dass ja bereits ein Jahrtausend wunderbar funktioniert hatte. Diese Auffassung vertrat er mit einem beneidenswert hohen Maß an Zivilcourage und so gelangte er immer wieder zwischen die Fronten der deutschen und tschechischen Nationalisten.

Ein Zeitgenosse nannte ihn deshalb einen "wahren Apostel der Aussöhnung zwischen Tschechen und Deutschen"

Karl Faustin Klostermann ( 1848-1923)

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